Seit Jahrzehnten begleiten Kühe das künstlerische Schaffen von Sabina Bockemühl. Sie erscheinen nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als souveräne Gestalten – majestätisch wie Königinnen, mit Gesichtern voller Charakter und Augen, die das Wissen der Zeit in sich tragen.
In der Kunstgeschichte galten Kühe lange als Symbole für den Einklang mit der Natur. Vom Randmotiv in idyllischen Landschaften wurden sie im 20. Jahrhundert zu zentralen Protagonistinnen. Bockemühl führt diesen Gedanken weiter: In ihren Porträts verschmelzen Tiere, Farbe und Landschaft zu einem gemeinsamen Feld der Gegenwärtigkeit.
Ihre Kühe verkörpern mehr als Schönheit. Sie spiegeln die Kräfte, die das Dasein formen – Schöpfung und Vergänglichkeit, Präsenz und Ewigkeit. Damit werden sie zu Sinnbildern der Verbindung von Mensch und Natur, zu Spiegeln unseres eigenen Seins im Kreislauf des Werdens und Vergehens.